Wie man ein Multi-Agent-System baut: Praxisleitfaden zum supervisor-Muster
Nachdem das Konzept in „Was ist ein Multi-Agent-System?“ geklärt wurde, ist dies die praktische Fortsetzung. Anhand des De-facto-Standards von 2026, des supervisor-Musters, führt der Artikel Anfänger durch einen Bau in 5 Schritten. Das Kernprinzip: zuerst Single bauen und Agenten nur minimal hinzufügen, sobald man an eine Grenze stößt (rund 80% der Anwendungsfälle reichen mit einem; Multi für einfache lineare Arbeit treibt die Kosten um das 3-10-Fache hoch und senkt laut Google-Forschung die Genauigkeit bei sequenziellen Aufgaben um -39-70%). Drei Anzeichen für Multi: Aufteilung nach Fachgebieten, Parallelität, Entscheidungstrennung. Das supervisor-Muster (der supervisor empfängt die Gesamtaufgabe, zerlegt sie, delegiert an spezialisierte Worker und fasst die Ergebnisse zusammen) ist die Form, auf die Claude Code subagents, LangGraph Supervisor und OpenAI Agents SDK handoffs konvergiert sind – wegen breitester Framework-Unterstützung, eines bekannten Fehlermodus (Über-Delegation, begrenzt durch eine Iterations-Obergrenze) und leichter Auditierbarkeit. Die 5 Schritte: 1) die Aufgabe vorab klar zerlegen; 2) Worker mit einer Rolle + Tools + Ausgabeformat definieren (höchstens 3-5); 3) den supervisor entwerfen, aufrufbare Worker-Namen explizit auflisten (harte Obergrenze) und hier die meiste Zeit verwenden; 4) Handoff und Kontextteilung festlegen, nur Nötiges weitergeben (Standard ist A2A); 5) jeden Handoff vor dem Hinzufügen von Agenten instrumentieren, Iterationen/Tokens/Kosten begrenzen und evals und Guardrails einrichten. Framework-unabhängiger Pseudocode zeigt Worker-Definitionen, einen hart begrenzten supervisor und eine iterationsbegrenzte Ausführungsschleife. Häufige Fallstricke und Lösungen: Über-Delegation (Obergrenze + aufrufbare Worker begrenzen), Token-Aufblähung (nur Nötiges teilen + Cache), Instabilität (bei 3-5 halten + fixe Ausgabe), Genauigkeitsverlust bei sequenziellen Aufgaben (zurück zu Single) und unklarer Fehlerort (Beobachtbarkeit). Die gemeinsame Lektion: Prompts, Tool-Design und das eval-Harness entscheiden mehr über den Erfolg als das Framework. Klein bauen, messen, nur erweitern, wenn es sich lohnt. Zahlen stammen aus öffentlichen Materialien und Forschung, kontextabhängig.